Die Quellen sprudeln weiter
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| Die mineralwasserführenden Schichten sind über 30 bis 50 Meter unter dem Bahntunnel. Durch Ausgleichsmaßnahmen beim Grundwasser wird eine Veränderung der Hydrogeologie verhindert. Damit kann kein Mineralwasser aufsteigen. |  Die mineralwasserführenden Schichten sind über 30 bis 50 Meter unter dem Bahntunnel. Durch Ausgleichsmaßnahmen beim Grundwasser wird eine Veränderung der Hydrogeologie verhindert. Damit kann kein Mineralwasser aufsteigen. |
Stuttgart gehört zu den wenigen Großstädten in Europa, in denen Mineralwasser entspringt. Die Landeshauptstadt verfügt nach Budapest über das zweitgrößte Mineralwasservorkommen in Europa. In den Stadtteilen Bad Cannstatt und Berg sprudeln aus zwölf gefassten Quellen und mehreren wilden Mineralwasseraustritten in den Neckar täglich 44 Millionen Liter Mineralwasser. Die Stuttgarter Mineralwasservorkommen im Oberen Muschelkalk (Bezeichnung für Gesteinsschichten der Germanischen Trias /Erdmittelalter) waren bereits in der Römerzeit und im Mittelalter bekannt. Das Mineralwasser wurde 1773 auf der Suche nach Solewasser zur Salzgewinnung durch eine Bohrung am Sulzerrain (nahe dem heutigen Cannstatter Kursaal) technisch erschlossen. Da kein Salzwasser gefunden wurde, diente das mineralisierte Wasser aus dem Oberen Muschelkalk zum Antrieb einer Ölmühle.
Die Blütezeit des Kur- und Badewesens erlebte Cannstatt Mitte des 19. Jahrhunderts. Heute haben die drei großen Mineralbäder Berg, Leuze und Bad Cannstatt das historische Erbe angetreten und ziehen jährlich Hunderttausende von Besuchern an. Die Mineralwasserquellen stehen in Stuttgart unter einem besonderen gesetzlichen Schutz. Dadurch wird die typische Zusammensetzung der kohlensäurehaltigen Heilwässer und deren Schüttung nachhaltig gesichert.
Seit den Jahren 1964/65 sind die Stuttgarter Heilquellen staatlich anerkannt. Das Prädikat Heilwasser wird nur an Wässer vergeben, die aufgrund ihrer hydrochemischen Beschaffenheit nachweislich therapeutisch wirksam sind. Seit 2003 ist auch die 477 Meter tiefe Hofrat-Seyffer-Quelle mit der Cannstatter Thermalsole als Heilquelle anerkannt.