Filder-Dialog S21
Flughafenbahnhof unter der Flughafenstraße
Die Variante "Flughafenbahnhof unter der Flughafenstraße" geht auf einen Vorschlag des Flughafens Stuttgart zurück und war eine von sechs Varianten, die als Diskussiongrundlage in den Filder-Dialog eingebracht wurden. Diese Variante wurde von den Projektpartnern zum Abschluss des Filderdialogs zur vertiefenden Untersuchung ausgewählt.
Machbarkeitsuntersuchung
Die Deutsche Bahn stellte auf der Lenkungskreissitzung am 22. Oktober 2012 die Machbarkeitsuntersuchung für einen Flughafenbahnhof unter der Flughafenstraße vor. Diese vier Ordner umfassende Studie stehen nun als Downloads und Digitale Magazine in 16 PDF-Dateien bereit. Das Paket enthält insgesamt 375 Seiten, darunter das gesamte technische Planwerk.
Gegenüber dem Original wurden insbesondere die konkreten Kostenschätzungen (Anlage 1.2) ausgespart, um die Ergebnisse möglicher Vergabeverfahren nicht zu gefährden. Darüber hinaus wurden interne Gesprächsprotokolle (Anlage 16) herausgenommen. Aus den übrigen Anlagen wurden in Einzelfällen aus Datenschutzgründen einzelne Namen und Kontaktdaten von Ansprechpartnern entfernt.
Ein übersichtlicher Kostenvergleich zwischen der bisherigen "Antragstrasse" sowie der Variante "Flughafenbahnhof unter der Flughafenstraße" ist in der Vorstellung der Untersuchungsergebnisse des Filderdialogs im Lenkungskreis am 22.10.2012 enthalten.
Überblick
Von der Antragstrasse unterscheidet sich diese Variante durch eine näher an die bestehende Station herangerückte Lage der Station NBS. Sie käme dabei unter der Flughafenstraße zum Liegen, näher am Terminal und an der bestehenden S-Bahn-Station und etwa mittig zwischen dem Haupteingang der Messe und den Flughafenterminals. Gleichzeitig könnte sie in geringerer Tiefe als in der Antragstrasse liegen.
Durch die veränderte Lage könnte die Station mit der Bestandsstrecke verbunden werden.
Die Station Terminal würde nicht für den Fern- und Regionalverkehr in Anspruch genommen und bliebe baulich unverändert. Die beidseitig anschließenden Gleise sollen höhenfrei (d. h. über- und untereinander) hinweg geführt werden Damit entstehen flexible Fahrmöglichkeiten zwischen der Bestandsstrecke, dem Flughafentunnel und der Flughafenkurve. Diese Variante ist mit einer autobahnparallelen Neubaustrecke zur Anbindung der Gäubahn kombinierbar (analog der Variante "Bündelungstrasse mit der Autobahn").
Aufgrund der günstigen Lage kann der neue Bahnhof auch direkt mit der Bestandsstrecke in Richtung Leinfelden-Echterdingen verbunden werden. Fern- und Regionalzüge zwischen Zürich/Horb/Böblingen und Stuttgart werden damit ebenso in der neuen Station halten wie der Fern- und Regionalverkehr aus und in Richtung Tübingen/Ulm. Allein im Regionalverkehr sind dabei ganztags vier Züge pro Stunde und Richtung vorgesehen. Die Reisezeit nach Stuttgart beträgt von hier acht Minuten; nach Böblingen sind es 11, nach Ulm 29 und nach Tübingen 36 Minuten.
Gleichzeitig bleibt der bestehende Bahnhof Flughafen/Messe der S-Bahn vorbehalten. Der von S-Bahn-, Fern- und Regionalzügen gemeinsam befahrene Abschnitt wird damit auf rund fünf Kilometer verkürzt. Eine autobahnparallele Neubaustrecke zur Anbindung der Gäubahn kann bei Bedarf nachgerüstet werden.
Historie
Im Filderdialog war für diese Variante zunächst eine doppelstöckige Station vorgesehen. Vertiefende Untersuchungen im Rahmen der anschließenden Machbarkeitsuntersuchung zeigten, dass auch eine einstöckige Lösung möglich ist.
Als Mitte der 1990er Jahre – vor dem Bau der Messe – die Weichen für die Flughafenanbindung von Stuttgart 21 gestellt wurden, standen Eingriffe in die Haupterschließungsstraße des Flughafens während der Bauzeit von Stuttgart 21 nicht zur Diskussion. Inzwischen steht mit der im Zuge der Messe Stuttgart geschaffenen Entlastungsstraße jedoch eine leistungsfähige Umfahrung zur Verfügung. Damit kann der neue Bahnhof verkehrsgünstig direkt unter der Flughafenstraße errichtet werden.










