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Bahn optimiert Entrauchungsmanagement für Stuttgart 21

Notwendige bauliche Veränderungen nur unter der Erdoberfläche

Stuttgart | DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH, 15.02.2016

Die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH passt das Entrauchungsmanagement für Stuttgart 21 neuesten Brandschutzrichtlinien an. Nach den neuen Planungen sollen die vorgesehenen Entrauchungsanlagen bei einem Brandereignis in der Bahnsteighalle so gesteuert werden, dass der Rauch sowohl vom Bahnhofsnordkopf als auch vom Bahnhofssüdkopf in die Bahnsteighalle gedrückt wird, wo er über die Lichtaugenöffnungen in der Hallendecke nach außen entweichen kann. Durch die neue Steuerung der Entrauchungsanlagen wird eine Rauchfreiheit an den Bahnsteighallenenden erreicht, wodurch mit der Verlegung der Fluchttreppenhäuser aus der Mitte der Bahnsteighalle an die Kopfenden der Bahnsteighalle eine deutliche Erhöhung des Sicherheitsniveaus des neuen Hauptbahnhofs erreicht wird.

Vorteile der Verlegung der Fluchttreppen an die Kopfenden der Bahnsteighalle

  • Die Fluchttreppen liegen außerhalb des Brandraumes. Reisende sind hinter den Brandschutztüren an den Kopfenden der Bahnsteighalle bereits in einem sicheren Bereich.
  • An den Kopfenden der Bahnsteighalle muss bei der Evakuierung von den Bahnsteigen nach oben ins Freie eine geringere Höhe überwunden werden als in der Hallenmitte.
  • Die Evakuierung der Reisenden erfolgt nicht in den Nahbereich der Entrauchungsöffnungen (Lichtaugen) auf dem Bahnhofshallendach.
  • Breitere Durchgänge auf den Bahnsteigen durch den Entfall der Fluchttreppenhäuser.


Die höhere Entrauchungsleistung, die durch die Optimierung des Entrauchungsmanagements erzielt wird, erfüllt die Schutzziele eines Brandes von 53 Megawatt, der seit der Anpassung der entsprechenden Brandschutzrichtlinien im Jahr 2010 zu berücksichtigen ist.

Für die Optimierung sind nur geringfügige bauliche Veränderungen notwendig, die allesamt unter der Erdoberfläche stattfinden und keine neuen Betroffenheiten erzeugen. So wird beispielsweise am Entrauchungsbauwerk am Bahnhofssüdkopf eine Deckenhöhe leicht angehoben, um leistungsfähige Ventilatoren einbauen zu können. Beim Entrauchungsbauwerk an der Heilbronner Straße werden Querschnitte von Lüftungsstollen erhöht und ein zusätzlicher Technikraum eingerichtet. Als Ersatz für das ursprünglich auf dem Killesberg vorgesehene Entrauchungsbauwerk wird die Rettungszufahrt zum Feuerbacher Tunnel entsprechend ausgebildet. Die Veränderungen im Bereich der Entrauchungsanlagen gegenüber der planfestgestellten Planung werden in den betreffenden Projektabschnitten derzeit umgesetzt.