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Tunnelvortriebsmaschine für zweite Schildfahrt gerüstet

Rohbau des Fildertunnels soll 2018 fertig sein

Stuttgart, 22.04.2016

Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm setzt den nächsten Meilenstein: Im Mai wird die Tunnelvortriebsmaschine „SUSE“ am Portal des Fildertunnels ihre zweite Schildfahrt beginnen. 

Zuvor können die Bürgerinnen und Bürger das 120 Meter lange Beispiel deutscher Ingenieurkunst beim Tag der offenen Baustelle am Samstag, 23. April, von 10 Uhr an bis 16 Uhr in Augenschein nehmen.

„Das Jahrhundertprojekt Stuttgart-Ulm hat im Tunnelbau eine enorme ingenieurtechnische Symbolkraft, da es sich in der oberen Schwierigkeitsliga abspielt, was den Baugrund, die Gesamtlogistik und den geplanten Zeitkorridor für die Umsetzung angeht“, sagte Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht, Gründer und Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, anlässlich eines Pressegesprächs vor Beginn der zweiten Schildfahrt. Das Unternehmen mit Sitz im badischen Schwanau hat im Rahmen des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm mit seinen Tunnelvortriebsmaschinen auch die Ausschreibungen für den Boßlertunnel und für den Albvorlandtunnel gewonnen. „Als Lieferant modernster Vortriebstechnik, Services und Zusatzeinrichtungen ist es für uns entscheidend, dass wir an unserem Heimatstandort ein essentieller Techniklieferant für dieses Leuchtturmprojekt sind. Wir können Bauunternehmen, Planern und Bauherren aus aller Welt vor Ort zeigen, dass High-Tech aus Deutschland im eigenen Land echten Fortschritt bringt.“

Der rund 9,5 Kilometer lange Fildertunnel ist der längste des Bahnprojekts Stuttgart–Ulm und ein wesentlicher Teil der Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen beiden Städten. Er wird bergmännisch sowohl mit der 120 Meter langen und 4200 kW starken Tunnelbohrmaschine als auch konventionell aufgefahren. Diese war in einem Namenswettbewerb unter Lesern der „Stuttgarter Nachrichten“ auf den Namen „SUSE“ (Stuttgart–Ulm schneller erreicht) getauft worden.

„SUSE“ begann ihre erste Schildfahrt im Juli 2014 und beendete diese im vergangenen November nach rund 4.100 Tunnelmetern Vortrieb unter dem Stuttgarter Stadtteil Hoffeld. Dabei verbaute sie 1.967 Tübbingringe, die aus sechs großen Fertigbetonteilsegmenten und einem kleinen sogenannten Schlussstein bestehen. In einem etwa einen Kilometer langen Zwischenabschnitt müssen die beiden Röhren des Fildertunnels aufgrund der geologischen Bedingungen bergmännisch mit Sprengvortrieb vorangetrieben werden. Diese Arbeiten sollen beendet sein, wenn die Tunnelvortriebsmaschine im nächsten Jahr an diesem Abschnitt ankommt, um von dessen Ende aus ihre Fahrt in Richtung Stuttgarter Talkessel fortzusetzen. „Aufgrund der geotechnischen Voruntersuchungen und der statischen Berechnungen können wir den Tunnel sicher und nach Plan bauen“, erklärte Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. h. c. Walter Wittke, der für die Projektgesellschaft als Berater tätig ist.

Nach der ersten Schildfahrt wurde die Maschine samt Schneidrad im Tunnel demontiert. Während ihr Schildmantel, in dem der Tunnel aus den Fertigbetonteilsegmenten hergestellt wurde, im Tunnel verblieb, wurden die angehängten Nachläufer aus dem Tunnel herausgezogen. Inzwischen steht „SUSE“ wieder zusammengebaut und für die zweite Schildfahrt präpariert vor dem Filderportal. Nachdem sie in der Nähe des künftigen Hauptbahnhofs angekommen sein wird, wendet sie dort in einer Kaverne, fährt zurück in Richtung Filderportal und wird auseinandergebaut, wenn sie auf ihrer Fahrt bergauf die Stelle des bergmännisch konventionell gefertigten Tunnelabschnitts erreicht hat. 2018 soll „SUSE“ ihren Vortrieb beendet haben und der Fildertunnel fertiggestellt sein. „Nachdem wir die ersten 4,1 Kilometer Fildertunnel erfolgreich gebaut haben, spricht alles dafür, dass SUSE auch bei den übrigen elf Kilometern Tunnel wie geplant vorankommt“, sagt Günter Osthoff, für den Fildertunnel zuständiger Abschnittsleiter bei der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH.

„Der Fildertunnel im Projekt Stuttgart 21 ist ein absolutes Schlüsselbauwerk, das technologisch und ökologisch auf höchstem Niveau umgesetzt wird. Es zeigt eindrucksvoll, dass man für eine große Metropole wie Stuttgart einen enorm leistungsfähigen Eisenbahntunnel unterirdisch bauen kann, ohne die Stadt, die Bevölkerung und bestehende Infrastrukturen zu beeinflussen“, sagte Dr.-Ing. E.h. Martin Herrenknecht. „Der maschinelle Tunnelbau läuft bisher wie geschmiert, und es ist das Ziel aller Beteiligten, dass das bis zur Fertigstellung dieses Schlüsselbauwerks so bleibt. Wir sind stolz, am Fildertunnel-Projekt mit von der Partie zu sein.“

Die Tunnelbohrmaschine ist vor Beginn ihrer zweiten Schildfahrt zum letzten Mal vollständig zu sehen. Deshalb bietet der Verein Bahnprojekt Stuttgart-Ulm e. V. der Öffentlichkeit am Tag der offenen Baustelle am Samstag, 23. April, von 10 Uhr bis 16 Uhr die Gelegenheit, die Tunnelvortriebsmaschine noch einmal zu inspizieren, bevor sie im Erdreich verschwindet. Die Veranstaltung ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Baustelle ist von der Stadtbahnhaltestelle Fasanenhof Schelmenwasen (U6) bequem in fünf Minuten zu Fuß zu erreichen. Festes Schuhwerk wird empfohlen.

(102) Filderportal | 26.06.2019

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