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Mit fotografischem Gedächtnis auf der S21-Baustelle

Drehtag für einen Film über den Ausnahmekünstler Roland Kappel

Stuttgart, 19.03.2017

Roland Kappel steht und schaut. Vor ihm die Grube der Bauabschnitte 19 und 20 des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs. Ein Vertikalbagger hievt zwischen mächtigen stählernen Streben Erdmasse aus dem künftigen Nesenbach-Düker nach oben. Greifen, heben, schwenken, auf einen Laster abladen – ein bis zwei Minuten dauert ein solcher Durchgang.

Roland Kappel beobachtet, speichert ab. Irgendwann wird er den Bagger nachbauen – so wie er schon etliche Bagger und Kräne, deren Struktur sein fotografisches Gedächtnis über Jahrzehnte zu archivieren in der Lage ist, im Kleinformat nachgebaut hat. Über den Künstler entsteht derzeit eine Filmdokumentation, an dem zwei Studenten der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin arbeiten. Für einen Drehtag waren die drei auf der Stuttgart-21-Baustelle im Bereich des zukünftigen Hauptbahnhofs unterwegs.

Raban Friedrich (22) mit der Kamera und Leonie Schäfer (27) mit dem Mikrofon sind dem Künstler dabei während zwei Stunden auf Schritt und Tritt über das Baufeld zwischen Bahnhofsturm und Willy-Brandt-Straße gefolgt. Raban Friedrich hatte den Künstler vor rund drei Jahren anlässlich einer Ausstellung kennengelernt. Er war fasziniert von dem Mann mit dem außergewöhnlichen Gedächtnis, der in seinem Atelier in Gammertingen-Mariaberg Baumaschinen und Baustellen aus nicht mehr benötigten Materialien und Gegenständen nachbaut. „Rolands Gedanken und seine Welt ist für uns nicht sofort greifbar. Sie besteht aus Kästen mit anders definierten Inhalten und unterscheidet sich womöglich grundsätzlich von unseren Systemen“ – so beschreiben die beiden angehenden Filmemacher ihre Eindrücke von Roland Kappel.

zur Internetseite von Roland Kappel