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Bahn darf Eidechsen im Albvorland absammeln

Eisenbahn-Bundesamt hat Planänderung freigegeben

Stuttgart, 05.04.2017

Die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH darf die rund 250 Zauneidechsen im Baufeld des Planfeststellungsabschnittes 2.1a/b „Albvorland“ absammeln. Der entsprechende Planänderungsbeschluss des Eisenbahn-Bundesamtes wurde der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH mit Datum vom 31. März 2017 zugestellt.

Die Änderung des 2015 ergangenen Planfeststellungsbeschlusses war notwendig geworden, weil nach Erteilung des Planfeststellungsbeschlusses im März 2015 von der Bahn baubegleitend eingesetzte Fachgutachter eine deutlich höhere Zahl an Eidechsen und zudem weitere an bis dahin nicht von Eidechsen besiedelten Stellen feststellten, die zum Zeitpunkt der zuvor erstellten Kartierung dort noch nicht ihren Lebensraum hatten.

Verzögerung von bis zu 18 Monaten
Infolge des fehlenden Beschlusses zum Artenschutz hat sich der Beginn einiger Baumaßnahmen um bis zu 18 Monate verzögert. Da auch die Gelege der Zauneidechse dem Artenschutz unterliegen, ist eine Umsiedlung der Tiere nur im Frühjahr und im Spätsommer und damit außerhalb der Fortpflanzungsperiode und der Winterstarreperiode erlaubt. Sollte die Absammlung aller Tiere aus Witterungsgründen nicht in diesem Frühjahr möglich sein, würde ein weiterer Verzug von etwa vier Monaten entstehen.

Um die Fertigstellung fristgerecht realisieren zu können, werden derzeit die Bauabläufe in Zusammenarbeit mit den beteiligten Firmen optimiert.


Die Absammlung und Umsiedlung von Eidechsen

Eidechsen abzusammeln und umzusiedeln ist ein komplexes Unterfangen, zu dem qualifizierte Fachkräfte benötigt werden. Die Eidechsen werden in der Regel mit einer an einer Rute befestigten Schlinge gefangen, damit sie nicht verletzt werden und ihren Schwanz nicht auf der Flucht abwerfen. Die nun zur Umsiedlung freigegebenen Zauneidechsen werden in dafür angelegte Habitate im Bereich des Planfeststellungsabschnitts 2.1 umgesiedelt.


Artenschutz als Herausforderung für das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm

Die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH betreibt einen großen Aufwand, um den Anforderungen des Artenschutzes gerecht zu werden. Inklusive Planungen, Gutachten, mehrjährigem Monitoring, Fangaktionen und Grunderwerb oder Pacht kostet die Umsiedlung einer Eidechse im Bahnprojekt Stuttgart–Ulm zwischen 2.000 und 4.000 Euro.

(7) Westportal Albvorlandtunnel Wendlingen | 10.05.2017

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