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Senkrechtstarter

Ein mächtiger Vertikalbagger ist Blickfang auf der Baustelle des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs

Stuttgart, 09.04.2017

Viel Platz ist nicht zwischen den mächtigen Querstreben. Doch der Baggerfahrer beweist beim Bedienen der Hebel das nötige Feingefühl. Tag für Tag. Woche für Woche. Andererseits: Es ist sein Job. Etwa 20 Meter tief ist die Baugrube des Dükers Nesenbach im Bereich des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs.

Ohne anzustoßen bewegt der Baggerfahrer den schwarzen Ausleger mit dem leeren Greifer zwischen zwei Verbaustützen hindurch senkrecht nach unten – um ihn ein, zwei Minuten später gefüllt mit Aushub Richtung Lkw zu schwenken.

So kompliziert die Erdarbeiten am künftigen Düker sind, so ungewöhnlich ist das dort eingesetzte Gerät. Die Leute auf der Baustelle sprechen mal von einem Vertikal-, mal von einem Senkrechtförderbagger. Sie meinen alle dasselbe: ein nicht alltägliches Baugerät, das in besonderen Situationen eingesetzt wird, etwa solchen wie am künftigen Düker Nesenbach. Der neuartige Spezialbagger des Baumaschinenhändlers Kiesel unterscheidet sich von herkömmlichen Geräten dadurch, dass er Aushub aus großen Tiefen senkrecht nach oben fördern kann. Der Ausleger erfüllt dabei eher die Funktion eines Aufzugs als die eines Greifarms.

Nicht nur die Fähigkeiten des Geräts dürfte Technikbegeisterte beeindrucken, auch die reinen Ausmaße des Senkrechtförderbaggers sind nicht alltäglich: Mit voll beladener Schaufel wiegt der Koloss 55 Tonnen, allein der Ausleger bringt an die zehn Tonnen auf die Waage. Bei ausgefahrenem Kettenlaufwerk ist der Bagger vier Meter breit, gesteuert wird er von einer Kanzel aus, die an ihrer Oberkante mehr als drei Meter hoch ist. Bei besonderen Vorhaben wie dem Bahnprojekt Stuttgart–Ulm ist nicht nur das Wissen der Ingenieure und die handwerklichen Fertigkeiten des Baustellenpersonals in besonderem Maße gefordert, es bedarf zuweilen auch außergewöhnlicher Geräte - wie eines Vertikalbaggers.

(27) Südkopf 25.02.2017

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