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Albvorland: Tunnelvortriebsmaschine „WANDA“ ist am Ziel

Letzter großer Tunnel der Neubaustrecke vorgetrieben

Stuttgart, 29.10.2019

Letzter großer Tunnel der Neubaustrecke erfolgreich vorgetrieben • DB-Konzernbevollmächtigter Thorsten Krenz: „Albvorlandtunnel steht als wesentliches Bauwerk der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm für die starke Schiene“

Die DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH hat unter Beteiligung zahlreicher Ehrengäste das Ende des Maschinenvortriebs am Albvorlandtunnel gefeiert. Die Feier fand am Portal des Albvorlandtunnels in Wendlingen am Neckar statt. Als Redner sprachen Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Baden-Württemberg, Winfried Hermann, Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg, Heinz Eininger, Landrat des Landkreises Esslingen, Erwin Scherer, Global Head Tunnelling der Implenia AG, und Tunnelpatin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg.

Mit dem Ende des Maschinenvortriebs beim Bau des Albvorlandtunnels sind die beiden Tunnelröhren des letzten großen Tunnels der Neubaustrecke erfolgreich vorgetrieben und somit ist auch der gesamte Tunnelvortrieb der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm mit einer Gesamtlänge von 61.591,80 Metern nahezu abgeschlossen.

„Der Albvorlandtunnel steht als wesentliches Bauwerk der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm für die starke Schiene. Zusammen mit Stuttgart 21 schafft die für Tempo 250 ausgelegte Infrastruktur die Basis für attraktivere Reisezeiten nicht nur in Baden-Württemberg, sondern sorgt auch für schnellere Verbindungen in Europa. Die Fahrtzeit zwischen Stuttgart und Ulm im Fernverkehr wird auf rund eine halbe Stunde fast halbiert. Diesem Ziel sind wir heute einen großen Schritt näher gekommen, denn der Tunnelvortrieb für die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm ist jetzt nahezu abgeschlossen: Rund 61 Kilometer Tunnel sind unter oft schwierigen geologischen Bedingungen erfolgreich aufgefahren worden. Ich danke den Mineuren und Ingenieuren für ihre harte und wertvolle Arbeit an unserer Zukunft“, sagte Thorsten Krenz, Konzernbevollmächtigter der Deutschen Bahn AG für Baden-Württemberg.

„Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm ist nicht nur für das Land Baden-Württemberg sondern von bundes- und europaweiter Bedeutung. Gerade auch die Neubaustrecke bildet ein wichtiges Verbindungsstück auf der strategisch wichtigen Ost-West-Schiene. Sie verkürzt die Fahrtzeit zwischen Stuttgart, Ulm und München beträchtlich: eine Einladung an die Autofahrerinnen und Autofahrer zum Umsteigen. Das Land beteiligt sich an der Maßnahme mit 950 Millionen Euro. Ich freue mich, dass wir es nebenbei schaffen, mit der Großen Wendlinger Kurve weitere Verbesserungen für den Regionalverkehr zu erreichen. Mit dem Durchschlag des Albvorlandtunnels wird ein wichtiger Schritt zur Verwirklichung des Projekts gemacht. Ich hoffe, dass die Strecke auch möglichst bald genutzt werden kann“, sagte Winfried Hermann, Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg.

„WANDA und Sibylle haben ihren Job gemacht. Damit ist der längste Tunnel im Landkreis Esslingen gebohrt. Gerade hier in Wendlingen wird deutlich, welche Bedeutung die Neubaustrecke Stuttgart–Ulm für den Regional- und Nahverkehr hat. Wir hoffen, dass die Baumaßnahmen bald die Ziellinie erreichen und damit Krach, Staub und Stau der Vergangenheit angehören“, sagte Heinz Eininger, Landrat des Landkreises Esslingen.

„Als Implenia sind wir stolz, heute einen der zehn längsten Eisenbahntunnel in Deutschland durchschlagen zu haben. Wir gratulieren unseren Mineuren und bedanken uns bei der Deutschen Bahn für das Vertrauen in unsere Tunnelbauexpertise“, sagte Erwin Scherer, Global Head Tunnelling der Implenia AG.

„Schienen, Straßen und Wasserwege sind Lebensadern einer prosperierenden Wirtschaft. Nicht nur für Baden-Württemberg entsteht hier, durch das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm, ein wichtiges Stück Zukunft – mit einer starken Schiene als umweltfreundlichem Verkehrsträger“, sagte Tunnelpatin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg.

Nach ökumenischen Segensworten kletterten die Mineure durch das Schneidrad der Tunnelvortriebsmaschine und überreichten der Tunnelpatin die Statue der heiligen Barbara.

Albvorlandtunnel in Zahlen
Der 8.176 Meter lange Albvorlandtunnel ist künftig einer der zehn längsten Eisenbahntunnel in Deutschland. Der Tunnel besteht aus zwei eingleisigen Tunnelröhren, die alle 500 Meter mit Querschlägen verbunden werden. Der Tunnel ist aus 54.000 Betonfertigteilen gebaut, sogenannten Tübbingen, die in unmittelbarer Nähe zur Baustelle hergestellt wurden. Insgesamt haben etwa 600 Bauarbeiter und rund 80 Ingenieure, Geologen und Kaufleute an der Vollendung der beiden Tunnelröhren gearbeitet. Der Bau des Albvorlandtunnels wurde Ende 2015 für rund 380 Millionen Euro an die schweizerische Baufirma Implenia vergeben. Neben dem Bau des Albvorlandtunnels umfasst der Auftrag auch die Herstellung der beiden Anschlüsse der Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm an die bestehende Bahnstrecke Plochingen–Tübingen.

Neubaustrecke Wendlingen–Ulm
Die Neubaustrecke (NBS) Wendlingen–Ulm steht für die starke Schiene im Bahnverkehr in Baden-Württemberg. Zusammen mit Stuttgart 21 schafft die für Tempo 250 ausgelegte Infrastruktur die Basis für attraktivere Reisezeiten in ganz Baden-Württemberg, Deutschland und Europa. So wird die Fahrtzeit zwischen Stuttgart und Ulm im Fernverkehr auf rund eine halbe Stunde nahezu halbiert – und auch im Regionalverkehr sind Reisende zukünftig nur noch 41 Minuten unterwegs. Der Filderbereich mit dem Flughafen und der Landesmesse wird sowohl mit Stuttgart 21 als auch mit der Neubaustrecke direkt an den Schienenfern- und Regionalverkehr angeschlossen. Nicht zuletzt wird die Bestandsstrecke im Filstal entlastet und dort so Kapazität für zusätzlichen Bahnverkehr geschaffen. Die Hälfte der rund 60 Kilometer langen Strecke führt durch Tunnel, ansonsten folgt sie in enger Bündelung der parallel verlaufenden Autobahn A8. Darüber hinaus entstehen rund 40 Eisenbahn- und Straßenbrücken, darunter die weithin sichtbare Filstalbrücke bei Mühlhausen im Täle. Der Bau der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm ist ein Projekt des Bedarfsplans für die Bundesschienenwege (Bundesverkehrswegeplan), kofinanziert von der Europäischen Union, dem Land Baden-Württemberg und der Deutschen Bahn. Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm ist das größte Projekt in Deutschland, das vom EU-Verkehrsförderungsprogramm „Connecting Europe Facility“ unterstützt wird. Nachträglich zum Projekt hinzugekommen sind die Große Wendlinger Kurve und der Bahnhof Merklingen, diese werden außerhalb des Projekts finanziert.

Die Tunnelvortriebsmaschinen „WANDA“ und „Sibylle“ in Zahlen
Grunddaten Tunnelvortriebsmaschinen

  • Zweimal Herrenknecht Erddruckschild (engl. Earth Pressure Balance Shield, kurz EPB), S-1024 sowie S-1025
  • Durchmesser: 10,82 Meter
  • Gesamtlänge der Tunnelvortriebsmaschinen: je rund 120 Meter
  • Gesamtgewicht der Tunnelvortriebsmaschinen: je rund 2.300 Tonnen
  • Die Tunnelvortriebsmaschinen werden jeweils mit 14 Vortriebszylindern/Vortriebspressen nach vorne gepresst. Nennvortriebskraft: 71.000 Kilonewton

Schneidrad

  • Antriebsleistung: je 4.400 Kilowatt
  • Anzahl der Schneidrollen: je 52 + 4 Zentrumsschneidrollen (59 Spuren bei Doppelbelegung äußerster Spur)
  • Anzahl der Schälmesser: je 140
  • Gewicht: je rund 190 Tonnen

Tübbingdaten

  • Außendurchmesser: 10.500 Millimeter
  • Innendurchmesser: 9.600 Millimeter
  • Tübbingdicke: 450 Millimeter
  • Tübbinglänge: 2.000 Millimeter
  • Schwerster Stein: 10,5 Tonnen

Die beiden Tunnelvortriebsmaschinen erhielten ihren Namen in einem Wettbewerb der beiden lokalen Zeitungen „Teckbote“ und „Wendlinger Zeitung“. „WANDA“ steht als Akronym für „Wendlingen am Neckar durchs Albvorland“ und wurde von der Klasse 8b der Johannes-Kepler-Realschule Wendlingen vorgeschlagen. „Sibylle“ ist eine bekannte Sagengestalt in der Region und wurde von über 100 Lesern des „Teckboten“ vorgeschlagen.

Hinweis für die Redaktionen
Fotos der Veranstaltung stehen ab heute Nachmittag unter www.bsu.link/durchschlag-albvorlandtunnel zur Verfügung.

(1) Zweiter Durchschlag Albvorlandtunnel | 29.10.2019

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(28) Westportal Albvorlandtunnel Wendlingen | 29.10.2019

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(24) Albvorlandtunnel - Tunnelvortriebsmaschine | 23.11.2017

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