Grundwassermanagement

Zur Errichtung des neuen Stuttgarter Hauptbahnhofs und der Tunnelbauwerke ist es erforderlich, die Teilbaugruben abschnittsweise trocken zu halten. Dies wird durch die Ableitung des Grundwassers in den einzelnen Baugruben erreicht.

Die abgeleiteten Grundwässer werden an Übergabestationen an das Grundwassermanagementsystem übergeben und über ein Rohrleitungsnetz zu den Wasseraufbereitungsanlagen gepumpt. Hier wird das Wasser gereinigt, bevor der überwiegende Teil über das Leitungsnetz und über Infiltrationsbrunnen wieder in den Untergrund eingeleitet wird.

Schematische Darstellung Wasserhaltung
Schematische Darstellung Wasserhaltung

Durch dieses System sinkt der Grundwasserspiegel nur in unmittelbarer Nähe der Baugruben und wird im Umfeld der Baustelle innerhalb des natürlichen Schwankungsbereichs gehalten. Ein umfangreiches Messprogramm überwacht die Grundwasserstände und das Grundwassermanagement.

Grundwassermanagementsysteme kommen seit Jahrzehnten bei der Bewirtschaftung von Grundwasservorkommen, bei Sanierungen und Bauprojekten zum Einsatz. Sie haben sich beim Ressourcenschutz als geeignetes Instrument bewährt.

Die Bahn setzt für Stuttgart 21 ein Grundwassermanagementsystem ein, weil für sie der Schutz des Grund- und Mineralwassers in Stuttgart an vorderster Stelle steht. Um dieses Vorhaben umzusetzen, sind die Errichtung und der Betrieb eines oberirdischen Leitungsnetzes unumgänglich.

  • Im Stuttgarter Nesenbachtal tangieren zahlreiche tiefgründende Bauwerke und Gebäude grundwasserführende Schichten. Das betrifft in erster Linie die unterschiedlichen Tunnelbauten für Stadtbahn und S-Bahn sowie zahlreiche Parkhäuser und Tiefgaragen.

  • Um große Baugruben trocken zu halten, wurde üblicherweise das Grundwasser in den vergangenen Jahrzehnten aus diesen abgepumpt und direkt in die Kanalisation geleitet. Bei den Baustellen von Stuttgart 21 im Talkessel der Landeshauptstadt wendet man hingegen ein Grundwassermanagementsystem an, wie sie bereits seit Jahrzenten – unter anderem beim Tiergartentunnel und beim Potsdamer Platz in Berlin – zum Einsatz kommen und sich insbesondere hinsichtlich des Ressourcenschutzes als geeignetes Instrument bewährt haben. Denn durch das Ableiten der Grundwässer sinkt der Grundwasserspiegel nur in unmittelbarer Nähe der Baugruben und wird im Umfeld der Baustelle innerhalb des natürlichen Schwankungsbereiches gehalten.

  • Dabei werden die abgeleiteten Grundwässer über ein Rohrleitungssystem zu den Wasseraufbereitungsanlagen gepumpt, in denen das Wasser gereinigt wird, bevor der überwiegende Teil über das Leitungsnetz und über Infiltrationsbrunnen wieder in den Untergrund eingeleitet wird. Ein umfangreiches Messprogramm überwacht die Grundwasserstände und das Grundwassermanagement. Auswirkungen auf die bestehende Bebauung und die tiefer liegenden Mineralwasser führenden Schichten werden so vermieden. Außerdem wird der Wasserhaushalt für die Großbäume des Schlossgartens optimal gesichert.

  • Das Grundwassermanagementsystem besteht aus der zentralen Wasseraufbereitungsanlage, den Pumpen, Rohren und Infiltrationsbrunnen.

  • Die Rohrleitungen verlaufen nur rund einen Kilometer im Wohngebiet, das heißt der größte Teil der 12 Kilometer erstreckt sich auf Baustellengelände sowie entlang des Schlossgartens. Ein Teil der Leitungen wird gebündelt und parallel geführt, so dass sich die Gesamtlänge von 17 Kilometern auf tatsächlich sichtbare 12 Kilometer reduziert. 

  • Die Rohre haben einen Innendurchmesser von 10 bis 20 Zentimetern. Da sie zudem isoliert sind, haben die Rohre einen Außendurchmesser von 20 bis 30 Zentimetern. In der Regel werden die Leitungen je nach örtlichen Gegebenheiten bodennah oder auf einer Stützkonstruktion in einer Höhe von etwa 4,50 Metern verlegt.

  • Über den Hauptverkehrsstraßen werden die Rohre in einer Höhe von 5,50 Metern montiert. In Wohngebieten verlaufen die Leitungen nicht direkt vor den Gebäuden, sondern auf der Gehwegseite entlang der Straße. Auf dem Bürgersteig verbleiben mindestens 1,50 Meter für die allgemeine Nutzung. Hauseingänge und Zufahrten werden durch die Leitungen nicht blockiert, Parkplätze bleiben weitgehend erhalten.

  • Die Wasseraufbereitungsanlagen und das Rohrleitungssystem werden bis zum Abschluss der Rohbauarbeiten genutzt und anschließend vollständig zurückgebaut.
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Stellungnahme des Vorhabenträgers zu häufig wiederkehrenden Einwendungen im Planänderungsverfahren S21 Grundwassermanagement

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Zusammenfassende Stellungnahme Geotechnik
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