Europäische Union

Die Verbindung von Stuttgart nach Ulm ist momentan der gravierendste Engpass des vorrangigen EU-Projektes "Paris-Straβburg-Stuttgart-Wien-Bratislava". Die 1.382 Kilometer lange "Europamagistrale" ist im Programm der "Transeuropäischen Netze" (TEN) das Projekt Nr. 17. In ihren Ausbau investieren die EU-Mitgliedsstaaten und die EU rund 23 Milliarden Euro.

Die Realisierung des Streckenabschnitts Stuttgart–Ulm wird dazu führen, dass bis 2019/2020 fast durchgängig mit Hochgeschwindigkeit von Paris bis München gefahren werden kann. Damit würde einer der größten Engpässe der Europamagistrale beseitigt und die Absichtserklärung der Verkehrsminister Frankreichs, Deutschlands, Österreichs und der Slowakei vom 9. Juni 2006, die gesamte Linie so schnell wie möglich zu realisieren, in die Tat umgesetzt werden.


Effektive Verlagerung von der Straße auf die Schiene
Die Kapazitäten der heutigen Verbindung zwischen Stuttgart und Ulm sind völlig ausgeschöpft, die technische Ausstattung ist überholt; 70 Kilometer pro Stunde, wie sie auf der Geislinger Steige vorgeschrieben sind, sind für eine Hochleistungsverbindung im transeuropäischen Netzwerk ein absoluter Negativrekord. Die Attraktivität der mit dem Bahnprojekt Stuttgart–Ulm entstehenden neuen Verbindungen wird dazu beitragen können, dass es zu einer effektiven Verlagerung von der Straße auf die Schiene kommen wird. Dieser Nutzen sollte in die Berechnungen mit einbezogen werden: weniger CO2, weniger Feinstaub, weniger Energieverbrauch. Die Belastung der Europastraße E 52 (Autobahn A8) wird verringert werden. Die mit der neuen Bahnstrecke entstehenden zusätzlichen Kapazitäten kommen auch dem Güterverkehr zugute. Der Aufstieg auf die Schwäbische Alb in Tunnellage wird in Zusammenhang mit der Verlagerung auf die Schiene eine positive Auswirkung auf die Natura-2000-Schutzgebiete haben. Daher wird die EU die Magistrale Paris-Straßburg/Kehl-Stuttgart-Ulm-München-Wien-Bratislava im Rahmen des TEN-Mehrjahresprogramms 2007-2015 insgesamt mit 438,35 Millionen Euro fördern. Für die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm sind 111,25 Millionen Euro und für das Projekt Stuttgart–Wendlingen einschließlich Stuttgart 21 sind 135,09 Millionen Euro vorgesehen. Darüber hinaus wird das TEN-Förderprogramm der EU in den Jahren 2014 bis 2019 durch die Anschlussfinanzierung Connecting Europe Facility (CEF) fortgeführt. In diesem Zuge sind zusätzlich für die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm 432,87 Millionen Euro und für das Projekt Stuttgart–Wendlingen einschließlich Stuttgart 21 sind 594,42 Millionen vorgesehen. Damit beteiligt sich die EU vsl. mit insgesamt 1.273,63 Millionen Euro am Bahnprojekt Stuttgart–Ulm.

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