Die Erweiterungsoptionen von Stuttgart 21

Mit Stuttgart 21 wird einer der größten deutschen Bahnknoten fit für die Zukunft gemacht. Der Stresstest hat den in der Schlichtung geforderten Nachweis erbracht, dass im neuen Stuttgarter Hauptbahnhof zur Spitzenstunde 30 Prozent mehr Fern- und Regionalzüge als heute ankommen können. Die nachgewiesene Leistungsfähigkeit liegt damit deutlich über dem zur Inbetriebnahme von Stuttgart 21 erwarteten Verkehrsaufkommen. Aussagen zur maximalen unter Praxisbedingungen erreichbaren Leistungsfähigkeit des neuen Bahnknotens trifft der Stresstest dabei ausdrücklich nicht.

Für den Fall, dass die Verkehrsnachfrage in ferner Zukunft noch deutlich über das hohe Stresstest-Niveau hinausgeht, sind in der Planung von Stuttgart 21 bereits langfristige Ausbauoptionen berücksichtigt. Davon profitieren sowohl der Fern- und Regional- als auch der S-Bahn-Verkehr:

Erweiterungsoptionen für S21
Erweiterungsoptionen für S21

  • Mit der P-Option wird der zukünftig am stärksten belastete Zulauf gestärkt, indem ein 3. und 4. Gleis aus Richtung Feuerbach/Zuffenhausen in den Tunnel Bad Cannstatt – dem zukünftig am wenigsten belasteten Zulauf – eingefädelt wird. In diesem Zusammenhang würde die im Rahmen von Stuttgart 21 nicht mehr benötigte Fernbahn-Röhre des Pragtunnels reaktiviert und ausgebaut.

  • Mit der T-Spange wird eine direkte S-Bahn-Querverbindung zwischen Bad Cannstatt und Feuerbach geschaffen. Die neue Strecke fädelt zwischen Pragtunnel und Nordbahnhof aus der S-Bahn-Bestandsstrecke aus, unterfährt den südlichen Rand des Rosensteinparks und fädelt vor der neuen Eisenbahnbrücke über den Neckar in die neue, vom Bahnhof Mittnachtstraße kommende, S-Bahn-Strecke ein. Am Nordbahnhof ist dazu ein neuer unterirdischer Bahnsteig vorgesehen.

  • Die Option Nordkreuz baut auf der T-Spange auf und schafft mit der Gäubahn eine zweite Nord-Süd-Achse im Stuttgarter S-Bahn-Netz. Mehrere Haltestellen an der Gäubahn erschließen nicht nur die östlichen Stuttgarter Stadtteile, sondern stellen auch vielfältige Verknüpfungen zu Bus und Stadtbahn her. Die Gäubahn wird dabei sowohl an die bestehende S-Bahn-Strecke Richtung Feuerbach als auch Richtung Bad Cannstatt angeschlossen. Die Option geht auf eine Machbarkeitsstudie des Verbands Region Stuttgart von 1999 zurück.

Alle drei Optionen sind in der Planung von Stuttgart 21 bereits berücksichtigt. So werden beim Bau der neuen Fern- und S-Bahn-Tunnel von Bad Cannstatt insgesamt vier unterirdische Abzweigbauwerke gleich eingebaut, an die später die neuen Strecken ohne längere Betriebsunterbrechungen angebunden werden können. Darüber hinaus liegen die vier aus Bad Cannstatt kommenden neuen Tunnelröhren in diesen Abschnitten auf unterschiedlichen Tiefenniveaus, damit in verschiedenen Richtungen fahrende Züge ohne Behinderungen über- und untereinander hinweg geführt werden können.


Hintergrund

Die vom Verband Region Stuttgart beauftragte Machbarkeitsstudie für das Nordkreuz stammt aus dem Jahr 1999. Die Pläne und die damit verbundene Kostenschätzung basieren auf dem damaligen Planungs- und Erkenntnisstand.

Downloads und Digitale Magazine

Machbarkeitsstudie für das Nordkreuz | Textteil

Verband Region Stuttgart | 17 Seiten | 1999

Übersichtslageplan Gesamtprojekt | Erweiterungsoption Nordkreuz

Verband Region Stuttgart | 1999

Übersichtslageplan: Auszug mit Markierungen | Erweiterungsoption Nordkreuz

Verband Region Stuttgart | 1999

Querprofil Richtung Feuerbach