Verkehrlicher Nutzen

Kürzer, schneller und direkter – das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm ist ein Meilenstein für den Eisenbahnverkehr in Baden-Württemberg. Mehr als 100 km neue, schnelle Eisenbahntrassen, drei neue Bahnhöfe und ein intelligentes Konzept setzen neue Maßstäbe im Bahnverkehr.

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Einer der besten Bahnknoten in Deutschland

Zusammen mit der Neubaustrecke von Wendlingen nach Ulm nutzt der im Rahmen von Stuttgart 21 entstehende neue Stuttgarter Bahnknoten das Potential der Eisenbahn im 21. Jahrhundert konsequent aus. Die neuen Gleise sind größtenteils mit 160 km/h befahrbar, Richtung Ulm sogar mit Tempo 250. Sie nehmen den kürzesten schnell befahrbaren Weg, der sich stets eng an der Luftlinie orientiert und vermeiden damit die heutigen Umwege.

Der neue Stuttgarter Schienenring bietet dabei neue, flexible Fahrmöglichkeiten. Züge verschiedener Richtungen werden über- und untereinander hinweg geführt und stehen sich damit nicht mehr im Weg. Unter dem Strich können so mehr Züge schneller, flexibler und pünktlicher fahren.

Auch die S-Bahn profitiert von dem neuen Konzept: Während heute Tag für Tag dutzende Regionalzüge zwischen Plochingen, Bad Cannstatt und dem Hauptbahnhof über S-Bahn-Gleise fahren müssen, stehen diese Gleise zukünftig allein dem S-Bahn-Verkehr zur Verfügung. Der allmorgendliche Stop-and-Go-Verkehr auf den dicht belegten Trassen im Umfeld des Hauptbahnhofs gehört damit der Vergangenheit an. Nicht zuletzt erschließt der neue Bahnhof Mittnachtstraße nicht nur das neue Rosensteinviertel, sondern verkürzt auch die Fahrzeiten im Verkehr zwischen Feuerbach und Bad Cannstatt.

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Verkehrliche Vorteile für die Stadt und Landkreise in Baden-Württemberg

Der neue Stuttgarter Hauptbahnhof

In bester Lage im Herzen der Stadt entsteht das Herz von Stuttgart 21: der neue Stuttgarter Hauptbahnhof. Die komfortable Drehscheibe verknüpft Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr auf kürzesten Wegen mit allen Stadtbahnlinien und dem städtischen Busangebot. Auch Taxen sowie Kurz- und Langzeitparkplätze stehen selbstverständlich zur Verfügung.

Zusammen mit den neuen Zulaufstrecken sorgt der neue Hauptbahnhof für Leistung, Tempo und Komfort. Wo heute Züge mit Tempo 30 über viele enge Weichen in den Bahnhof schleichen müssen, wird morgen wenigstens Tempo 80 die Regel sein. Ein- und ausfahrende Züge stehen sich dabei nicht mehr gegenseitig im Weg. Die Zahl der anschließenden Streckengleise wird von fünf auf acht erweitert. Mit modernster Leit- und Sicherungstechnik werden Ein- und Ausfahrten weiter beschleunigt. Wie der Stresstest eindrucksvoll zeigte, können damit über den neuen Stuttgarter Hauptbahnhof mit seinen acht Bahnsteiggleisen wesentlich mehr Züge fahren als über den heutigen 17-gleisigen Kopfbahnhof.

Auch die technisch und organisatorisch aufwendigen Fahrtrichtungswechsel können entfallen. So geht es zukünftig schneller und einfach geradeaus weiter. Linien, die heute in Stuttgart enden, können so flexibel und bedarfsgerecht miteinander verknüpft werden. Wo heute noch umgestiegen werden muss, kann morgen oftmals sitzen geblieben werden. Nach dem Fahrgastwechsel geht es zügig weiter.

Der neue Hauptbahnhof ist ist dabei auch eine Station der kurzen Wege: Die Breite wird halbiert, die Zahl der Bahnsteigzugänge dagegen verdreifacht. Jeder der vier geräumigen Bahnsteige wird so mit nicht weniger als sieben Rolltreppen, fünf Treppen und drei Aufzügen angeschlossen. Sie führen zu den drei über die Gleise führenden Stegen, sondern sind auch direkt mit der darunter liegenden S-Bahn verknüpft. Statt heute rund 300 m ist der nächste Zugang somit nie weiter als 120 m entfernt.

Auch die Wege von den zahlreichen Eingängen zur Bahnsteighalle werden spürbar kürzer. Neben neuen Zugängen von Norden und Osten ist auch die Lage des neuen Hauptbahnhofs ein Vorteil: Er liegt gut ein dutzend Meter unter den heutigen Gleisen und damit viel näher am umgebenden Gelände als die heutigen Anlagen. Zukünftig geht es so von drei Richtungen – vom Arnulf-Klett-Platz, vom Schlossgarten und vom Bahnhofsturm – ebenerdig bis auf die neuen Verteilerstege, die auf die Bahnsteige führen; von der Klettpassage kommend ist nur noch die halbe Höhe zu überwinden. Darüber hinaus wird die Stadtbahn-Haltestelle Staatsgalerie näher an den Schlossgarten und den neuen Hauptbahnhof herangerückt und fast nahtlos mit diesem verknüpft. Nicht zuletzt wird die U 12 nach Hallschlag, die auch das neue Europaviertel erschließt, mit Stuttgart 21 auf den Weg gebracht.

Zentral statt nur am Rand: Die neue Drehscheibe im Filderbereich

Ein weiteres Drehkreuz entsteht auf den Fildern, zwischen dem Flughafen- und Messegelände. Der neue Fern- und Regionalbahnhof Flughafen/Messe katapultiert den bislang im Schatten des Bahnverkehrs liegenden Filderbereich in eine zentrale Position: Auch der neue Schienenweg zum Hauptbahnhof folgt weitgehend der Luftlinie – gegenüber der kurvigen Gäubahn wird fast die Hälfte des Weges eingespart und zusätzlich für Schnellfahrten ertüchtigt. Die Fahrzeit zum Hauptbahnhof sinkt so von heute 27 auf zukünftig 8 Minuten. Neben den heutigen vier S-Bahnen sollen mindestens fünf weitere Züge pro Stunde und Richtung zukünftig hier halten.

Gleichzeitig werden die verschiedenen Verkehrsträger in einzigartiger Weise miteinander verknüpft: Fern-, Regional- und S-Bahn-Verkehr der Bahn sind auf kurzen Wegen mit Flughafen und Messegelände verbunden. Und auch die U 6 wird von Fasanenhof zum neuen Bahnhof im Filderbereich verlängert. Zusammen mit einem umfangreichen Busangebot und Parkmöglichkeiten entsteht eine ideale Verknüpfung der Verkehrsträger. Sei es von Leinfelden nach Tübingen, von Böblingen nach Ulm oder von Reutlingen nach München – vielfach führt der schnellste Weg zukünftig über das neue Drehkreuz auf den Fildern.

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