Fernverkehr

Auch der Fernverkehr profitiert vom Bahnprojekt Stuttgart–Ulm. Neue, kürzere Reisezeiten, Kapazität für zusätzliche Züge und weniger Verspätungen sind drei klare Vorteile von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm.

Fahrzeitverkürzungen im Fernverkehr
Grafik: DB AG

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Reisezeiten Vergleich heute und morgen

Verkehrliche Vorteile für die Stadt und Landkreise in Baden-Württemberg

Angebotskonzept Fernverkehr via Stuttgart

Angebotskonzept Fernverkehr via Stuttgart
Angebotskonzept Fernverkehr

In erster Linie wird die Fahrzeit von Stuttgart nach Ulm auf eine halbe Stunde halbiert – aber auch aus Richtung Karlsruhe oder Mannheim spart der verkürzte und beschleunigte Zulauf aus Feuerbach mehrere Minuten ein. Die Linie Stuttgart—Zürich führt, bei unveränderter Fahrzeit, zukünftig über den neuen Flughafen- und Messebahnhof und erschließt damit neue Fahrgastpotentiale. Gleichzeitig verkürzt die neue Filder-Drehscheibe die Reisezeiten im Umsteigeverkehr. Wer beispielsweise von Tübingen, Böblingen, Horb nach Augsburg oder München will, spart so schnell mehr als eine halbe Stunde. Nicht zuletzt führt der schnellste Weg zwischen Frankfurt am Main und München zukünftig wieder über Stuttgart.

Als Teil der europäischen Magistrale zwischen Paris, Budapest und Bratislava unterstützt die Europäische Union das Bahnprojekt Stuttgart—Ulm, denn auch der grenzüberschreitende Verkehr profitiert. TGV-Züge, die sich heute mit quietschenden Rädern bei Tempo 70 durch die vielen engen Kurven der Geislinger Steige zwängen, sind dann mit Tempo 250 zwischen Stuttgart und Ulm unterwegs. Und auch dieser Weg wird nicht nur beschleunigt, sondern gleichzeitig um rund zehn Kilometer verkürzt.

Das zukünftige Angebot im Fernverkehr richtet sich nach der konkreten Nachfrage. Durch die neuen, schnellen Wege ist mit einem sprunghaften Nachfrageanstieg und damit einer Ausweitung des Zugangebots zu rechnen. Aufgrund der wesentlich größeren Leistungsfähigkeit der neuen Bahnanlagen können dabei gerade im morgendlichen Berufsverkehr mehr Züge gefahren werden.

Nach dem Planungsstand von 2011 sind folgende Fernverkehrslinien auf der neuen Infrastruktur vorgesehen
  • ICE-Linie Berlin–Frankfurt/Main–Stuttgart–München (Linien 03/11, zweistündlich)

  • ICE-Linie Hamburg–Frankfurt/Main–Stuttgart–München (Linie 22, zweistündlich)

  • IC-Linie Hamburg–Köln–Mainz–Stuttgart (Linie 30, zweistündlich)

  • ICE-Linie Dortmund–Frankfurt/Main Flughafen–Stuttgart–München (Linie 42, zweistündlich)

  • EC-Linie Straßburg–Karlsruhe–Stuttgart–München (Linie 60, zweistündlich)

  • IC-Linie Karlsruhe–Stuttgart–Nürnberg (Linie 61, zweistündlich)

  • EC-Linie Frankfurt/Main–Heidelberg–Stuttgart–Salzburg (Linie 62, zweistündlich)

  • TGV-Linie Paris–Straßburg–Karlsruhe–Stuttgart(–München) (Linie 83, weitgehend 2-stündlich)

  • IC/ICE-Linie Zürich–Stuttgart (Linie 87, zweistündlich)

  • ICE-Linie Düsseldorf–Frankfurt/Main Flughafen–Stuttgart–München (optionale Linie 47, zweistündlich, nach Fertigstellung einer neuen Strecke zwischen Mannheim und Frankfurt am Main)

Über das Taktangebot hinaus sollen noch attraktive Einzelzüge zum Beispiel via Lindau nach Österreich oder nach Oberstdorf angeboten werden. Manche Züge der angegebenen Linien sollen über die angegebenen Ziele hinaus verlängert werden, zum Beispiel an die Nord- und Ostseeküste.