Architekt Christoph Ingenhoven optimiert Entwurf des Stuttgarter Hauptbahnhofs

(Stuttgart, 23. August 2010 ) 

Die Deutsche Bahn hat das Architekturbüro ingenhoven architects beauftragt, den inzwischen 13 Jahre alten Bahnhofsentwurf dem aktuellen Stand der Technik und neuen Richtlinien anzupassen.

Dr. André Zeug, Vorstandsvorsitzender der DB Station&Service AG
„Das betrifft vor allem Standards, die für den Komfort der Reisenden wichtig sind“, sagte Dr. André Zeug, Vorstandsvorsitzender der DB Station&Service AG. „Insbesondere bei der Verbesserung der Raumakustik am Bahnsteig konnte die Deutsche Bahn Erfahrungswerte von anderen Großbahnhöfen wie Berlin Hauptbahnhof oder Köln Hauptbahnhof in die Planungen einfließen lassen.“, so Zeug weiter.

Darüber hinaus sollen die neuen Zugänge zum Bahnhof  besser dimensioniert werden. Damit kommt der Turm des denkmalgeschützen Bonatzgebäudes optimal zur Geltung.

Folgende Änderungen sind weiterhin geplant: Die vier Glasgitterschalen zum neuen unterirdischen Durchgangsbahnhof werden kleiner als bislang geplant ausfallen. So wird die Breite der Glasgitterschale am Bahnhofsturm um fast 11 Meter auf 23 Meter verkleinert. Mit einer Verbreiterung der Freitreppen an den Glasgitterschalen am Bahnhofsturm und Europaplatz entstehen großzügigere Räume und ideale Möglichkeiten von der Innenstadt in das neue Stadtquartier zu gelangen. Außerdem werden Planungen für die Standorte der Aufzüge und Treppenanlagen in der Bahnsteighalle angepasst. Damit wird den zu erwartenden Reisendenströmen im Bahnhof besser Rechnung getragen.

Visualisierung: ingenhoven architects
Visualisierung: ingenhoven architects
Visualisierung: ingenhoven architects


Christoph Ingenhoven, Architekt
„Stuttgart 21 setzt einen einzigartigen städtebaulichen Akzent. Es ist eine Transformation des bestehenden Bahnhofsgebäudes in die neue Architektur“, führte Architekt Christoph Ingenhoven aus. „Die Stadt wird um ein Vielfaches attraktiver. Sie hat die Chance zum Vorreiter für ein stadtökologisches und nachhaltiges Konzept zu werden. Stuttgart 21 wird die Stadt für die nächste Generation positiv verändern“, sagte Ingenhoven.
 
„Nachdem der Umwelt- und Technikausschuss der Stadt Stuttgart Ende Juli informiert wurde, war es mir wichtig, den Entwurf möglichst rasch auch der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und zu zeigen, wie der neue Bahnhof dann aussehen wird“, so Wolfgang Drexler MdL und Sprecher des Bahnprojekts Stuttgart-Ulm.

In den nächsten Jahren wird der alte Stuttgarter Kopfbahnhof durch einen leistungsfähigeren Durchgangsbahnhof ersetzt. Damit bekommt die baden-württembergische Landeshauptstadt einen der modernsten unterirdischen Bahnhöfe in Deutschland. Großzügige Zugänge sowie ein innovatives Lichtkonzept zeichnen den neuen Hauptbahnhof aus. Hervorzuheben ist der künftige Straßburger Platz mit seinen 27 Lichtaugen. Er ist das begehbare Dach der Bahnsteighalle. Die viereinhalb Meter hohen Lichtaugen ermöglichen Einblicke in den unterirdischen Bahnhof zu den Zügen.

Der Bonatzbau bleibt weiterhin Identitätsträger der Stadt Stuttgart. Das denkmalgeschützte Gebäude von 1922 wird auch nach dem Abriss der Flügelbauten als Empfangsgebäude erhalten bleiben und auch künftig das Stadtbild prägen. Nach dem Umbau bildet die historische Bahnsteighalle mit ihren Schalterhallen, dem Bahnhofsturm und dem Arkadengang den oberirdischen Mittelpunkt des neuen Hauptbahnhofs.

 

Daten und Fakten zu Stuttgart 21

Allgemeine Daten

  • Gesamtkosten     4,1 Milliarden Euro
    mit den Bahnhöfen:
    – Stuttgarter Hauptbahnhof
    – S-Bahnhof Mittnachtstraße
    – Umbau S-Bahnhof Flughafen
    – Filderbahnhof Flughafen
  • erwartete Zahl der Reisenden     302.000 Ein- und Aussteiger pro Tag
     

■ Bahnsteighalle

  • Länge:   430 Meter
  • Breite:      80 Meter
  • Höhe:     9 bis 12 Meter
  • Grundfläche:   49.600 Quadratmeter
  • Gleise:            8
  • Bahnsteige:   4
  • Panoramaaufzüge:   15 (plus 3 im Bonatzbau)
  • Fahrtreppen:   35 (plus 14 im Bonatzbau)
  • Kelchstützen aus Sichtbeton:   28


■ Bahnhofshalle außen

  • Glasgitterschalen:   4
  • Standorte der Glasgitterschalen   
    – Bahnhofsturm Bonatzbau
    – Kurt-Georg-Kiesinger Platz
    – Europaplatz
    –Staatsgalerie
  • Höhe der Glasgitterschalen   
    – 10 Meter am Bahnhofsturm
    – 10 Meter Europaplatz
    – 8,60 Meter Kurt-Georg-Kiesinger Platz
    – 7 Meter an der Staatsgalerie
  • Lichtaugen:   27
  • Höhe der Lichtaugen:   4,30 Meter
  • Abstand der Lichtaugen zueinander: 16 Meter
     

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