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Kurs auf Inbetriebnahme

2022 startet Zugverkehr auf der Neubaustrecke

Stuttgart, 15.07.2020

Olaf Drescher, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH: „Künftig sparen Reisende zwischen Stuttgart und Ulm eine Viertelstunde“

Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm nimmt Kurs in Richtung Inbetriebnahme: Olaf Drescher (60) hat zum 1. Juli 2020 den Vorsitz der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH übernommen. Drescher verantwortet nun alle für die Inbetriebnahme des Großprojekts relevanten Bereiche. „Bereits 2022 werden wir den Zugverkehr auf der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm starten. Künftig sparen Reisende zwischen Stuttgart und Ulm eine Viertelstunde“, sagt Olaf Drescher, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH.

Bei einem Termin auf der Filstalbrücke stellte Drescher heute (15. Juli) die Schritte bis zur Inbetriebnahme der Neubaustrecke im Jahr 2022 und den aktuellen Stand der Bauarbeiten vor.

„Wir machen große Fortschritte in diesem für die Bahnkunden in Baden- Württemberg so wichtigen Projekt. Stuttgart 21 und die Neubaustrecke sind die Voraussetzung für die Verkehrswende im Südwesten“, sagte Olaf Drescher.

Stand heute ist der Rohbau der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm zu 90 Prozent fertiggestellt. Der Vortrieb für über 60 Kilometer Tunnelröhren ist vollständig abgeschlossen. Auch die Ausrüstung der Strecke mit der Eisenbahntechnik kommt gut voran: 37 Kilometer Gleis sind bereits verlegt, 800 Oberleitungsmasten wurden bislang aufgestellt. Ab Anfang 2022 sollen die Testfahrten auf der Neubaustrecke erfolgen. Mit der Inbetriebnahme der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke werden Reisende im Fernverkehr rund 15 Minuten Fahrzeit einsparen. Geplant ist, dass dann pro Stunde zwei bis drei Fernverkehrszüge über die Neubaustrecke verkehren, auch einzelne Regionalzüge sollen die Strecke bereits nutzen können.

800 Tonnen schwere Betonagekonstruktion baut die zweite Brücke
Während des Termins wurde die 800 Tonnen schwere Betonagekonstruktion für den Bau des zweiten Brückenbauwerks der Filstalbrücke in einem schwindelerregenden Manöver um 50 Meter verschoben. Damit sind 100 Meter von 485 Meter Brücke bereits betoniert. Ziel ist es, im Sommer 2021 auch mit der zweiten Brücke die andere Talseite zu erreichen. Reisende im ICE werden die Brücke künftig in nur sieben Sekunden überqueren.

Zur Person
Olaf Drescher war seit Februar 2018 als stellvertretender Vorsitzender der Projektgesellschaft für das Geschäftsfeld Technik verantwortlich. Als Vorsitzender der Geschäftsführung verantwortet er nun die Bereiche Bahntechnik und Rohbau sowie das Pilotprojekt Digitaler Knoten Stuttgart. Vor seinem Wechsel nach Stuttgart hatte er als Projektleiter für die Deutsche Bahn bereits die neue Schnellfahrstrecke Berlin–München (VDE 8) sowie die Hochgeschwindigkeitsstrecke Hamburg–Berlin erfolgreich zum Start geführt.

Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm
Stuttgart 21 und die Neubaustrecke Wendlingen–Ulm umfassen die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart und die Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Stuttgart und Ulm. Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm ermöglicht viele neue Direktverbindungen im Fern- und Regionalverkehr. Die Deutsche Bahn baut fünf neue Bahnhöfe, 120 Kilometer Tunnel und 81 Brücken. Alleine im Fernverkehr sollen jährlich über zehn Millionen Fahrgäste vom Bahnprojekt Stuttgart–Ulm profitieren.

Die Inbetriebnahme der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm ist für 2022 geplant, Stuttgart 21 soll 2025 in Betrieb gehen.