Aktuelles im Detail

Düker Nesenbach geht in Betrieb

Nach fünf Jahren Bauzeit wird der Düker angeschlossen

Stuttgart, 13.10.2020

Beim Bahnprojekt Stuttgart 21 ist ein weiteres wichtiges Etappenziel erreicht: Der Düker Nesenbach geht in Betrieb. Der Düker leitet den größten Abwasserkanal der Landeshauptstadt Stuttgart unter der Bahnsteighalle des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs hindurch. Nach rund fünf Jahren Bauzeit wird der Düker voraussichtlich am Freitag, 16. Oktober 2020, an das Stuttgarter Abwassernetz angeschlossen.

„Der Bau des Dükers Nesenbach war mit einigen Herausforderungen verbunden“, sagt Mark Theilemann, der für den Bau des neuen Hauptbahnhofs zuständige Projektleiter der Deutschen Bahn. „Wir sind stolz darauf, diese Herausforderungen gemeinsam mit unserem Auftragnehmer Züblin gemeistert zu haben und den Düker Nesenbach nun in Betrieb nehmen zu können.“

„Mit dem Düker Nesenbach geht ein für die Stadtentwässerung Stuttgart elementarer Baustein in Betrieb“, sagt Jürgen Mutz, Leiter des Tiefbauamts der Landeshauptstadt Stuttgart und Erster Betriebsleiter Stadtentwässerung. „Ein Düker in dieser Dimension ist einzigartig für das Stuttgarter Abwassernetz.“

Der Düker Nesenbach wurde in offener Bauweise hergestellt. Er umfasst drei Rohre mit unterschiedlichen Durchmessern. Sie werden je nach anfallender Wassermenge genutzt. Im Falle eines Hochwassers fließt das Wasser durch alle drei Rohre gleichzeitig ab. Es können dabei bis zu 100 Kubikmeter Wasser pro Sekunde abgeleitet werden. Damit ist der Düker auch für das Ereignis eines zweihundertjährigen Hochwassers ausreichend dimensioniert.

Stuttgart 21
Stuttgart 21 ist die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Das Gemeinschaftsprojekt wurde 2009 mit dem Finanzierungsvertrag von Bund, Land Baden-Württemberg, Landeshauptstadt Stuttgart, Verband Region Stuttgart, Flughafen Stuttgart GmbH und der Deutschen Bahn beschlossen. Gebaut werden vier neue Bahnhöfe, 57 Kilometer neue Schienenwege, die mit bis zu 250 km/h befahren werden, 59 Kilometer Tunnelröhren, 16 Tunnel und Durchlässe sowie 18 Brücken.

Dieser Abschnitt des Kernnetzkorridors Rhein-Donau ist ein wichtiges Verbindungsstück des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V). Das Bahnprojekt Stuttgart–Ulm ist das größte Projekt in Deutschland, das vom EU-Verkehrsförderungsprogramm „Connecting Europe Facility“ unterstützt wird. Stuttgart 21 trägt dazu bei, die Reisezeiten erheblich zu verkürzen, schließt den Flughafen an den Fern- und Regionalverkehr an und verlagert so Verkehr von der Straße auf die Schiene.

Beispiele:

  • Frankfurt–Ulm: 1:49 Stunden statt heute 2:19 Stunden
  • Heidelberg–Stuttgart Flughafen: 45 Minuten statt heute 1:28 Stunden
  • Stuttgart Hbf–Flughafen: 8 Minuten statt heute 27 Minuten
  • Stuttgart–Ulm: 31 Minuten statt heute 56 Minuten

Der künftige Durchgangsbahnhof ermöglicht viele neue umsteigefreie Verbindungen im Regionalverkehr und entlastet so auch die an der Belastungsgrenze fahrende S-Bahn.

Zahlen, Daten, Fakten zum Düker Nesenbach

  • Für den Bau des Dükers Nesenbach zeichnete die Firma Ed. Züblin AG verantwortlich.
  • Der Düker Nesenbach quert den künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof in einer Tiefe von rund 22 Metern.
  • Der Neubau umfasst:

    • drei Dükerrohre (Querung)
    • Oberhaupt
    • Unterhaupt
    • Gefällestrecke
    • Steigstrecke

  • Die Gesamtlänge des Bauwerks beträgt 390 Meter, die Querung ist rund 145 Meter lang.
  • Im Oberhaupt des Dükers teilt sich der Mischwasserkanal in drei Rohre:

    • 1. Rohr: runder Querschnitt, Durchmesser 1 Meter
    • 2. Rohr: runder Querschnitt, Durchmesser 2,40 Meter
    • 3. Rohr: rechteckiger Querschnitt von 7 Meter auf 3,50 Meter

  • Für den Düker Nesenbach wurden 20.000 Kubikmeter Beton und 2.800 Tonnen Stahl verbaut.

(28) Hauptsammler Nesenbach | 21.09.2020

zur Mediathek

(1) Hauptsammler Nesenbach | 18.07.2017

zur Mediathek