Albhochfläche | PfA 2.3

Überblick

In dem mit 21 km längsten Abschnitt verläuft die Strecke, dicht gebündelt mit der A8, über die Schwäbische Alb. Neben einer Autobahnüberquerung entstehen unter anderem drei weitere kurze Tunnel.

 


Über die Albhochfläche, von Widderstall bis Dornstadt, führt der mit 21 km längste Abschnitt der Neubaustrecke Wendlingen–Ulm. Sein Markenzeichen ist die weitgehend oberirdische Streckenführung in enger Bündelung mit der A8. Zunächst wechselt die Strecke dabei in einem rund 378 m langen Bauwerk von der Nord- auf die Südseite der Autobahn. Im 962 m langen Widderstall-Tunnel unterquert sie anschließend unter anderem den gleichnamigen Rastplatz. Weitere Tunnel entstehen bei Merklingen (394 m) und Temmenhausen (499 m). Es sind die einzigen größeren Ingenieurbauwerke in einem Abschnitt, der ohne größere Brücken auskommt. Dazwischen wechseln sich Steigungs- und Gefälleabschnitte ab.

Grundwasserschutz
Das Entwässerungskonzept sieht eine zentrale Versickerung des Oberflächenwassers an sechs Standorten mit vorgeschaltetet mechanischer Reinigung (Regenklärbecken) vor. Aufgrund der Durchfahrung der Wasserschutzzonen II und III wird die Streckenentwässerung der Neubaustrecke mit einer oberflächennahen Abdichtung zum Schutz des Karstgrundwasserleiters ausgeführt.

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

  • Vorgezogene Kohärenzsicherungsmaßnahmen (ökologische Ausgleichssicherung von Lebensräumen) im Flora-Fauna-Habitat-Gebiet.
  • Neuanpflanzung von Wäldern, Magerrasenflecken, etc.
  • Schaffung von Ersatzlebensräumen für Fledermäuse und des schwarzfleckigen Ameisenbläulings.
  • Bau zweier Fledermausdurchlässe, die das Kollisionsrisiko von gefährdeten Fledermausarten auf ihren traditionellen Flugrouten minimiert.

Der 378 Meter lange Tunnel nahe Hohenstadt unterquert die Autobahn. Er liegt unmittalbar zwischen dem Steinbühltunnel und dem Tunnel Widderstall.

Der Tunnel Widderstall ist ein zweigleisiger, 962 Meter langer Tunnel, der in offener Bauweise erstellt wird.


  • Auftragswert: rund 37 Millionen Euro
  • Auftragnehmer: ARGE Wayss & Freytag Ingenieurbau / Hochtief / Beton- und Monierbau
  • Auftragsumfang (Schwerpunkte): Tunnel Widderstall (962 Meter)
  • Vergabe: 2012 

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Der dritte Streckenabschnitt enthält zwei besondere Herausforderungen: den 394 Meter langen Tunnel Merklingen und die 378 Meter lange Unterfahrung der Autobahn bei Hohenstadt. Die jeweils zweigleisigen Tunnel werden in offener Bauweise erstellt, um bestehende Straßen zu unterfahren.


  • Auftragswert: rund 87 Millionen Euro
  • Auftragnehmer: ARGE Leonhard Weiss / Bauer Spezialtiefbau
  • Auftragsumfang (Schwerpunkte):

    • Tunnel Merklingen (394 Meter),
    • Tunnel unter BAB A8 (378 Meter),
    • 7,6 Kilometer Streckenbau

  • Vergabe: 2015

 


 

zur Baustelle

Der 394 Meter lange Tunnel Merklingen wird als zweigleisiger Tunnel mit Rechteckquerschnitt in offener Bauweise erstellt. Die anspruchsvolle Aufgabe für die Ingenieure liegt darin, gleichzeitig zu bauen und den Straßenverkehr aufrechtzuerhalten. Bei dem Merklinger Tunnel sind davon die Autobahnanschlussstelle Merklingen sowie die L1230 betroffen, die beide von dem Tunnel unterquert werden.


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Der 6,6 Kilometer lange 2. Abschnitt der Albhochfläche beinhaltet verschiedene Brückenbauwerke sowie den 499 Meter langen Tunnel Imberg.

  • Auftragswert: rund 62 Millionen Euro
  • Auftragnehmer: ARGE Johann Bunte Bau / Stutz (bergmännische Arbeiten Tunnel Imberg: Marti)
  • Auftragsumfang (Schwerpunkte):

    • Tunnel Imberg (499 Meter),
    • 6,6 Kilometer Streckenbau

  • Vergabe: 2015

zur Baustelle

Die lange offene Streckenführung der Neubaustrecke wird auf dem Gebiet der Gemarkung Temmenhausen (südlich des Rastplatzes Kemmental) durch den 499 Meter langen "Tunnel Imberg" unterbrochen. Aufgrund der Topografie des Imberges verbunden mit den vorgegebenen Längsneigungen der Neubaustrecke ist der Tunnel die optimale Lösung. Zudem können so starke Eingriffe in den bewaldeten Hang des Imbergs vermieden werden.


zur Baustelle | Zeitrafferfilme

Der Streckenabschnitt verläuft überwiegend in Geländeeinschnitten und in der gesamten Länge parallel zur Bundesautobahn A8, die zeitgleich auf sechs Fahrstreifen ausgebaut wird.


  • Auftragswert: rund 45 Millionen Euro
  • Auftragnehmer: ARGE Hermann Kirchner Bauunternehmung / Heilit+Woerner Bau
  • Auftragsumfang (Schwerpunkte):

    • 6 Straßenüberführungen,
    • 3 Eisenbahnüberführungen,
    • 6,9 Kilometer Streckenbau

  • Vergabe: 2012 

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Chronologie

Für den dreistreifigen Ausbau der A8 und der Neubaustrecke wurde ein gemeinsames Planfeststellungsverfahren durchgeführt. Es wurde am 29. September 2005 beantragt. Am 25. April 2007 wurde eine Planänderung beantragt und aktualisierte Pläne eingereicht. Vom 26. bis 30. November 2007 fand die öffentliche Erörterung statt. Am 12. November 2008 erließ das Eisenbahn-Bundesamt den Planfeststellungsbeschluss.

Vergaben

  • Im August 2012 wurde die Herstellung des 6,9 Kilometer langen Streckenabschnitts zwischen Temmenhausen und Dornstadt an die Arbeitsgemeinschaft Hermann Kirchner Bauunternehmung GmbH (Bad Hersfeld)/Heilit+Woerner Bau Gmbh (Markranstädt) vergeben.

  • Im Dezember 2012 wurde die Herstellung des 962 Meter langen Tunnels Widderstall an eine Arbeitsgemeinschaft unter technischer Federführung der Wayss & Freytag Ingenieurbau AG aus Stuttgart vergeben.
  • Im Oktober 2013 wurde die Herstellung des 6,6 Kilometer langen Streckenabschnitts zwischen Temmenhausen und Nellingen an eine Bietergemeinschaft unter Federführung der Firma Johann Bunte Bau GmbH aus Frankfurt vergeben.

Planfeststellungsbeschluss | PfA 2.3
Erläuterungsbericht Teil II. | PFA 2.3
Erläuterungsbericht Teil III. | PFA 2.3
Gemeinsames Planfeststellungsverfahren PFA 2.3 + Ausbau A8 | Vorwort | PFA 2.3
Gemeinsames Planfeststellungsverfahren PFA 2.3 + Ausbau A8 | Erläuterungsbericht | PFA 2.3
Gemeinsames Planfeststellungsverfahren PFA 2.3 + Ausbau A8 | Änderung | PFA 2.3
1. Planänderung | PFA 2.3
2. Planänderung | PFA 2.3

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