Stadtbibliothek am Mailänder Platz

Das neue kulturelle Zentrum in Stuttgart

Stadtbibliothek | Foto: Stadt Stuttgart
Foto: Stadt Stuttgart

Auf dem Mailänder Platz im Europaviertel wurde die neue Bibliothek am 24. Oktober 2011 als erstes öffentliches Gebäude eröffnet. In unmittelbarer Nähe zu den U-Bahn-Haltestellen Türlenstraße und Budapester Platz ist dieser Standort optimal über den öffentlichen Personennahverkehr erschlossen.

Eine Million Besucher konnten im ersten Jahr gezählt werden.

Die neue Bibliothek in Zahlen

Stadtbibliothek Innen | Foto: Stadt Stuttgart
Foto: Stadt Stutgart

Auf neun Geschossen lädt das neue Gebäude zum Verweilen ein.
Rund 500.000 Bücher, Filme, Tonträger, Zeitungen, Noten, Kunstwerke und digitale Medien stehen auf über 11.500 Quadratmetern zur Verfügung. Die Stadtbibliothek am Mailänder Platz ist somit fast doppelt so groß wie das Wilhelmspalais, in dem die Bibliothek bisher untergebracht war.

Die Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag 9 bis 21 Uhr.

Die Bibliothek für Schlaflose und die 24-Stunden-Rückgabe sind rund um die Uhr zugänglich. Die Bibliothek für Schlaflose ist ein intelligenter Medienschrank im östlichen Windfang der Stadtbibliothek am Mailänder Platz. Der Schrank mit 34 Fächern enthält ein wechselndes Angebot an Büchern, DVDs und CDs, das mit einem gültigen Bibliotheksausweis auch spät nachts, sonntags und an den wenigen Tagen, an denen die Bibliothek geschlossen hat, entliehen werden kann. Die 24-Stunden-Rückgabe befindet sich im westlichen Windfang.

Gestaltung des Innenraums

Stadtbibliothek Innen | Foto: Stadt Stuttgart
Foto: Stadt Stuttgart

Im Zentrum des Gebäudes befindet sich das Herz, ein 14 Meter hoher Raum, der als Ruhepol dient und den Besuchern ermöglicht, von der hektischen Außenwelt Abstand zu gewinnen.
In dem Gebäude stehen den Besuchern künftig insgesamt 500 000 Bücher und elektronische Medien zur Verfügung – 80 000 mehr als bislang.

Klassische Buchkultur wird mit den neuesten digitalen Entwicklungen verbunden: Neben dem traditionellen Bibliothekssortiment gibt es 120 mobile "PCs für hier und heute" (Laptops und Netbooks) und 27 fest installierte Computer, Internetzugang über ein W-Lan-Netz sowie 64 Recherche-PCs und Druck- und Kopierstationen auf jeder Ebene. Außerdem steht ein mit hochwertigen Computern ausgestatteter Showroom zur Verfügung, der als digitale Experimentierstätte dient.

Direkt über dem Herz – vom vierten bis zum achten Stockwerk – erstreckt sich der Galeriesaal, ein beeindruckender lichtdurchfluteter Raum, der die Form einer umgekehrten Stufenpyramide hat.Der Galeriesaal ist eine Hommage an die schöne Literatur und steht für "die Öffnung zur Welt". Rund 68.200 Bücher befinden sich dort, darunter Belletristik in 25 Fremdsprachen und Romane, Erzählungen, Lyrikbände, Märchen, Biographien, Werkausgaben, Dramen.

Stadtbibliothek Innen | Foto: Stadt Stuttgart
Foto: Stadt Stuttgart

Eine weitere Attraktion ist die große Dachterrasse, von der aus die Besucher den Blick auf die Stadt genießen können und auf die sie sich im Sommer mit einen Buch zurückziehen können.

Das vom Caritasverband betriebene Café LesBar im achten Obergeschoss mit 40 Sitzplätzen und Selbstbedienungsservice bietet Kaffee, Tee, Kaltgetränke und Snacks an.

Die Kosten für den Neubau betrugen 79 Millionen Euro.
Bereits 1999 hat der koreanische Architekt Eun Yong Yi den Architektenwettbewerb für die neue Bibliothek gewonnen. Im September 2008 fasste der Gemeinderat den Baubeschluss, Anfang November desselben Jahres wurde der erste Spatenstich gesetzt. Im Juni 2009 war Grundsteinlegung und nur elf Monate später, am 12. Mai 2010, wurde das Richtfest gefeiert.

Auch energetisch ist der Neubau auf dem neuesten Stand: 94 Geothermiesonden ermöglichen die Nutzung von Erdwärme. Hinzu kommen Photovoltaikanlagen auf dem Dach.

Stadtbibliothek: Kinderbibliothek | Foto: Stadt Stuttgart
Foto: Stadt Stuttgart

Die Kinderbibliothek verfügt mit 860 Quadratmetern über eine drei Mal so große Publikumsfläche wie bislang. Analog zu den Themenebenen im gesamten Haus wurden für die Kinderbibliothek 9 Räume im Raum entwickelt, welche die Themen für Kinder widerspiegeln: Freizeit, Vorlesen, Welt, Lernen, Natur, Technik, Geschichte, Kultur und Mensch. Diese Räume, auch Themeninseln genannt, stellen sich durch „bewohnbare Regale“ in Würfelform dar. Im Inneren dieser Regale befinden sich sinnliche Rückzugs- und Entdeckungsorte. Durch die Anordnung und die Gestaltung der Themeninseln ist für die Kinder gleichzeitig die Möglichkeit der Bewegung und des Rückzugs gegeben. Sie dienen nicht nur der Aufstellung von Medien, vielmehr bieten sie ein temporäres Ausstellungsforum für Kinder. Dazu kooperiert die Zentrale Kinderbibliothek bei der Innengestaltung mit vielen Stuttgarter Einrichtungen und Institutionen.

Auch die bislang ausgelagerte Musikbücherei ist wieder in die Zentralbibliothek integriert. Auf 800 Quadratmetern finden sich Noten, CDs, DVDs, ein erweiterter Literaturbereich sowie ein Klangstudio. Außerdem gibt es attraktive Hörplätze zur Nutzung des Audioangebots.

Neue Wege beschreitet die Stadtbibliothek auch, um ihren Nutzern die Orientierung im Haus zu erleichtern: An den Zugängen im Erdgeschoss sowie auf allen weiteren Ebenen stehen interaktive Stelen, die über Touchscreens Informationen zu Medien und Veranstaltungen bieten.

Im Max-Bense-Forum im ersten Untergeschoss haben bis zu 300 Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, Kulturprogramme zu genießen. 

 

Stadtbibliothek in der Nacht | Foto: Stadt Stuttgart
Foto: Stadt Stuttgart

Die Gebäudehülle ist als Doppelfassade konzipiert.
Die Außenwand besteht aus Glasbausteinen und Sichtbeton. Die dahinter liegende eigentliche Gebäudewand ist aus Glas. Auf diese Weise sind auf allen neun Stockwerken Wandelgänge entstanden, die um das gesamte Gebäude herumführen und von den Besuchern genutzt werden können. Die Außenfassade ist bei Nacht blau beleuchtet.

Foto: Andreas Weil
Foto: Andreas Weil
Video: Die neue Stadtbibliothek am Mailänder Platz | 16.06.2011
Video: Die neue Stadtbibliothek im Zeitraffer | 16.08.2011
Audio: Prof. YI, Architekt der neuen Stadtibliothek | 10.07.2007

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